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Meisterschaft 2004/2005

Play-Offs:

Viertelfinale

Torpedo Eisen - Lok Libuda 1:2
Sonntag, 26.6.05, 15 Uhr auf den Jahnwiesen

Das harte Gesetz der Tore

Wer mehr Tore schießt, gewinnt ein Fußballspiel – daran hat selbst die FIFA bislang nichts geändert, weshalb diese Regel auch für alle Spiele mit Beteiligung von Torpedo Eisen gilt. Und aus diesem Grunde ist für den letztjährigen Dritten der Bunten Liga die Saison bereits im Viertelfinale beendet. Andere Faktoren wie eine sehr starke erste Halbzeit mit einem schönen 1:0 und weiteren Großchancen, die weitgehende Kontrolle des Gegners über eine Stunde und das wahrscheinlich letzte Spiel in den eingelaufenen grünen Trikots können nicht verdecken, dass sich die Torpedos (mal wieder) um den verdienten Lohn ihrer Mühen brachten.

Die Mannschaften hätte bis auf die verletzten Guido, Tommi und Thomas in Komplettbesetzung auflaufen können, wenn sich nicht noch Abwehrrecke Marc beim Aufwärmen verletzt hätte. Später musste unglücklicherweise auch noch Boris mit einer Wadenprellung ausscheiden. Dafür stand nach langer Abwesenheit Selcuk wieder zur Verfügung.

Die erste Halbzeit lief gut für Torpedo. Aus einer sehr sicher stehenden Abwehr spielend fand Torpedo Eisen schnell seinen Rhythmus und konnte im Mittelfeld wichtige Zweikämpfe für sich entscheiden. Lok Libuda zog sich relativ weit in die eigene Hälfte zurück und versuchte hauptsächlich mit langen Bällen in die Spitze, die Defensive um den souveränen Libero Stefan und die agilen defensiven Abräumer im Mittelfeld, Sini und Gregor, in Gefahr zu bringen. Dies gelang kaum, da sich auch die bullige Sturmspitze der Loks beim ebenso grazilen Sebi der Realität einer strammen Bewachung und wenig Bällen an seinem Fuß stellen musste. Torpedo schaffte es, durch gute Staffelung und auch sehr aggressives, aber grundsätzlich faires Pressing die Loks zu Fehlern zu zwingen und sie immer weiter in ihren Lokschuppen zu drängen. Im Mittelfeld rissen Philip und David, nachdem er aufgrund seiner Doppelfunktion als Spieler und U3-Trainer des TE-Perspektivteams 2020 erst später eingewechselt werden konnte, durch Kurzpässe und gekonnte Einzelaktionen Löcher in die Lok-Deckung. Vorne wurden Lutz, Sega und Björn immer aktiver. Die erste Torchance besaß Sega nach einer Ecke von Lutz als er aus kurzer Distanz per Kopf das die Unterkante der Latte traf. Nach gut der ersten Hälfte der Halbzeit konnte Björn nach einem starken Dribbling auf der rechten Seite in den Strafraum ziehen und in die lange Ecke einnetzen. Jawohl, die bei diesen Temperaturen so wichtige 1:0 Führung! Damit war das Konzept von Libuda auf Konter zu spielen hinfällig.  Die Oranjes der Bunten Liga mussten jetzt mehr für den Spielaufbau tun. Sie wurden nunmehr feldüberlegen, die besseren Torchancen hatte jedoch Torpedo. Einen Schuss von David aus 20 Metern in die linke obere Ecke haben eigentlich alle auf dem harten, buckeligen Platz schon drin gesehen, doch Libudas Keeper Marc fischte die Kirsche noch heraus. Kurz darauf eine starke Aktion von Philip, der durch mehrere Gegenspieler hindurch den mitgelaufenen Kai bediente - wäre der Pass einen Meter genauer auf den nimmermüden Dauerbrenner auf der rechten Abwehrseite gekommen, hätte er statt dem Keeper die Pille gehabt und zu 180% sein erstes Pflichtspieltor für Torpedo erzielt. Dann war Pause, Coach Philip gratulierte zur konzentrierten Leistung und zeigte die hervorragende Ausgangsposition auf: 1:0 in Führung gegen einen Gegner, der eigentlich das Konterspiel bevorzugt.

In der zweiten Hälfte änderte sich zunächst wenig am Geschehen. Torpedo trotz Hitze weiter sehr aktiv, der Gegner weiter abwartend. Nunmehr brach die entscheidende Phase des Spiels an. Libuda versuchte das Spiel zu machen, Torpedo lauerte auf Konter. Und die waren brandgefährlich. Nach schöner Vorarbeit von Björn scheiterte Lutz aus kurzer Distanz (52. Minute), wenige Minuten später drosch David überhastet aus 10m den Ball über das Tor. Die beste Möglichkeit besaß Lutz als er nach schönem Pass von Philip von der Mittellinie aus linker Position loslief und nach 50m Sprint den Ball um Zentimeter am Tor vorbeisetzte. Dies wäre das 2:0 gewesen und mit großer Wahrscheinlichkeit die Vorentscheidung. 

Doch nach 60 Minuten schippten die Loks dann doch ein paar Kohlen mehr in ihre Tender und machten plötzlich den Dampf, der den Torpedos zum Unbehagen zunächst ihrer Fans, dann aber auch ihrer selbst immer mehr ausging. Im Mittelfeld taten sich immer größere Lücken auf, die Abwehrreihe bekam auf einmal richtig Arbeit. Das Spiel wurde nickliger und intensiver. Viele kleine Fouls und Diskussion mit dem nicht immer souveränen Schiri Kay. Und so kam es, wie es kommen musste: Eine Rettungsaktion von Philip kurz vor der Strafraumgrenze führte beim Schiedsrichter zur sehr individuellen Interpretation „Foul“, mehrere schimpfende Torpedo-Rohrspatzen bemerken zu spät den schnell ausgeführten Freistoß, ein schöner Pass in die Tiefe auf einen gestarteten Libuda und dieser kann sich in vollem Tempo gegen die machtlose Abwehr und den bis dahin fehlerfreien wie souveränen Keeper Markus mit einem unhaltbaren Schuss ins lange Eck durchsetzen. Eine Viertelstunde vor Schluss war das Spiel wieder offen.  

Leider rüttelte das Tor nicht auf, sondern verunsicherte die Mannschaft noch mehr. Zahllose Fehler im Spielaufbau, Fehlpässe schon aus der Abwehr heraus und mehr und mehr undurchdachte Einzelaktionen im Mittelfeld führten dazu, dass Lok Libuda nunmehr das Mittelfeld völlig übernahm und Torpedo tief, viel zu tief in die eigene Hälfte drängte. Fast jeder Abstoß landete postwendend beim Gegner. Die Abwehr stand nun in vielen Eins zu Eins-Duellen gehörig unter Druck, Ecke um Ecke flatterte in den Torpedo-Strafraum. Trotz großem Willen und aller Bemühungen – man merkte, dass kaum mehr etwas ging und jetzt einzig und allein die reguläre Spielzeit über die Runden gebracht werden musste. Doch es lag etwas ganz Ungutes in der Luft. Die Libudas spielten insbesondere mit ihrer Nr. 8 ununterbrochen Pässe vor das Torpedo-Tor, Torpedos Kreativabteilung dagegen wie gelähmt.

Der Genickschuss dann wieder Torpedo-like: Markus hielt einen Schuss nach der 49. Ecke von rechts, der Ball kam zu Karl, der konnte den Ball nicht richtig klären, zwirbelt an Freund und Feind vorbei auf die Picke eines Libudas, und dessen Schuss hätte vielleicht auch noch von Chris auf der Linie geklärt werden können….., ja, wennste, hätteste, könnste - Aus, vorbei: 1:2 ! Torpedo raus, Libuda weiter !

In der intensiv geführten Partie hat sich am Ende die Mannschaft mit den stärkeren Kraftreserven durchgesetzt. Torpedo hätte kurz nach Beginn der 2. Halbzeit einen der drei Konterchancen nutzen müssen, dann wäre das Weiterkommen in greifbare Nähe gerückt. Schade, dieses Jahr war mehr drin, vor allem nach den starken Spielen gegen Cream Team und Wiesenriesen war Torpedo doch einiges zu zutrauen gewesen. Allerdings hatte Torpedo in Libuda auch einen würdigen Gegner, der diese Saison noch kein Spiel verloren hat und sich in einer stark besetzten CL-Gruppe souverän durchsetzte und jetzt einer der Topfavoriten auf den Titel ist.Ein kleiner Trost und so saß die Mannschaft nach dem Spiel noch lange zusammen und ließ die Saison mit dem einen oder anderen Bierchen versöhnlich ausklingen. Besonders schön war, dass Tommi auf Krücken zumindest von der Seite seiner Mannschaft beistehen konnte. So langsam sollte bei ihm der Ball in das Reha-Programm eingebaut werden.Insgesamt fällt die Rückschau auf die abgelaufene Saison dennoch überwiegend positiv aus. Die Offensive ist in punkto Trefferquote, Durchsetzungsvermögen und individueller Klasse in der Bunten Liga ganz vorne. Auch körperlich zeigte sich das Team dank im Großen und Ganzen regelmäßigem Training in gewohnt guter Verfassung. In der Defensive herrschte auch in diesem Jahr kein Mangel an kompromisslosen, körperlich starken Kämpfern. Und trotzdem werden die immer älter werdenden Torpedos (wenn meint der Verfasser ???) in Zukunft nur etwas mit der BL-Meisterschaft zu tun haben, wenn die Achterbahnfahrt zwischen exzellenten Aktionen und blödesten Anfängerfehlern dauerhaft eingestellt werden kann. Viel zu oft spielt man gut, nimmt aber einfach zu wenig Ernte mit nach Hause. Hoffnung macht die Tatsache, dass der Anteil verheirateter und somit völlig abgeklärter, solider Spieler stetig anwächst. Auch zu erwartender Kindersegen sollte künftig die Sprunghaftigkeit vertreiben und zu 90-minütiger Dauerverantwortung führen. Also: Es ist nie zu spät, auf ein Neues im nächsten Jahr!

Gespielt haben: Markus – Kai, Stefan, Sebi, Chris, Boris – Gregor, Sini, Selcuk – Philip, David, Björn, Lutz, Karl, Sega

Tore: 1:0 Björn (26. Minute, Sini); 1:1 (70. Minute); 1:2 (76. Minute)

Champions League

Torpedo Eisen - Torpedo Wiesenriesen 2:3
Sonntag, 03.04.05, um 15 Uhr auf der Jahnwiese

„Was man sich mühsam mit den Händen erarbeitet hatte, wurde mit dem Arsch wieder eingerissen“ – treffender als ein frustrierter Torpedo Eisen-Fan nach Spielende kann man den ersten Auftritt der Mannschaft nach der Winterpause nicht beschreiben, auch wenn er sich den (in letzter Konsequenz auch viel zu harten) Spruch sicher nicht erst in diesem Moment ausgedacht hatte. Gibt es doch leider nicht nur im Fußball, sondern auch im Leben (wo ist eigentlich der Unterschied ?) viel zu oft dieses schmerzende Phänomen des Scheiterns kurz vor dem Ziel oder eben des fatalen Gegentors kurz vor Schluss, was einen im besten Falle sogar zum „Meister der Herzen“ werden lässt, in Wahrheit aber eben zum geprügelten Verlierer. Dass die Situation nicht ganz unbekannt war (im letztjährigen Halbfinale unterlag man ebenso durch den Siegtreffer der Gegner zwei Minuten vor Schluss), tat besonders weh. Es bestand Einigkeit in der Mannschaft, dass unglückliche Niederlagen wie diese eindeutig zu oft vorkommen und dies keineswegs nur mit fehlendem Glück oder dazukommendem Pech zu erklären ist. Auch hierzu hatte die oben genannte Zitat-Maschine fehlerfrei wie brachial bemerkt: „Dauerndes Pech nennt man Unvermögen!“. Immerhin verschonte er uns mit der legendären Kommentierung eines am Trainingsgelände des städtischen Zweitligisten lebenden und karten-spielenden Rentners: „Us driss kann man kein Himbeerbonbons maache!“. Nur der Vollständigkeit halber ist dazu Huub „Ballonseide“ Stevens zu zitieren: „So is dat in Keulen, immer nur swarz oder weiss“.  

Das Spiel selbst entsprach den Erwartungen (oder Befürchtungen), die sich schon allein aufgrund der Spielpaarung „Torpedo gegen Torpedo“ ergaben: Auf einem indiskutablen Minenfeld namens Jahnwiese fand ein Wettrüsten mit mehr oder weniger gleichen Mitteln statt, welches keinen der beiden Blöcke entscheidend zur Entfaltung kommen ließ. Dies fing an mit der ursprünglich identischen Trikotfarbe beider Mannschaften, zeigte sich aber dann vor allem im fast übereinstimmenden Spielsystem. Manche Zuschauer sprachen übrigens auch vom jeweils nicht erkennbaren Spielsystem. Auf dem hoppeligen Acker waren Fehlpässe, lange Befreiungsschläge und verbissene Zweikämpfe die dominierenden Aktionen in der ersten Halbzeit, Torchancen Mangelware. Der Meister kam lediglich nach zehn Minuten gefährlich nach einer Hereingabe vor das von Markus gewohnt souverän gehütete Tor, Sebi konnte jedoch vor dem einschussbereiten Stürmer klären. Danach erkämpfte sich Eisen ein leichtes Übergewicht und kam nach sehr passablem Spielzug über Philip und Björn zur besten Möglichkeit vor der Pause, die der Wiesenriesen-Keeper allerdings auch gut parierte. Neben einigen Freistößen oder Fernschüssen passierte aber vor den Toren wenig.  

In der Halbzeit waren sich die Eisen-Torpedos dann trotzdem und zurecht einig, dass man so weiterspielen müsse. In der Tat kam der Meister mit der wenig schönen, aber sehr effektiven Defensivarbeit vor allem im Mittelfeld und durch den „Abräumer“ Stefan nicht zurecht und entwickelte vor allem mit seiner eher durch langjährige Erfahrung hervorstechenden Sturmreihe kaum Gefahr, wogegen der spritzige und lauffreudige Eisen-Sturm mit Tommy, Björn, David und Karl berechtigterweise Hoffnung für das eine oder andere Nüsschen gab.  

Überzeugende taktische Ausrichtung, auf dem Platz aber leider alles anders: Kurz nach der Pause setzt sich ein Wiesenriese in halbrechter Position gegen zwei Abwehrspieler durch und zieht trocken aus sechzehn Metern ins kurze Eck ab. Zehn Minuten später: Einwurf von der linken Außenlinie, Sebi kann im Kopfballduell den Ball nicht aus der Gefahrenzone befördern, sondern der Ball regnet in Zeitlupe in den Fünfmeterraum, wo von drei Eisen- und einem Wiesenriesen-Torpedo in unübersichtlicher Lage leider der letztere der schnellere war und zum 0:2 einschob. Der Meister hatte aus seinen ersten ordentlichen Chancen direkt zwei Tore gemacht, Kompliment dafür!  

Danach zeigte sich jedoch die Stärken von Torpedo Eisen: Durch unbedingten Kampf und jetzt auch druckvolles Spiel im Mittelfeld konnte man den Wiesenriesen trotz ihrer Führung nach und nach den Schneid abkaufen und kam auch zu mehreren, teilweise hochkarätigen Torchancen. Leider hatte sich gestern die eigentlich eher unbekannte Abschlussschwäche im Sturm breitgemacht, das Pech klebte besonders Karl an den Füßen, die Pille wollte einfach nicht rein. Brutaler Stürmer-Alltag – im nächsten Spiel kann es aber schon wieder ganz anders aussehen! Bezeichnenderweise fiel das 1:2 nicht durch einen herausgespielten Angriff, sondern eine 20-Meter-Bogenlampe von Philip, nachdem Sini den Ball in bewährt bissiger Manier erkämpft hatte. Der Ball senkte sich etwa 10 cm vor der Latte in Richtung Unterkante derselben, bei soviel Präzision wollte sich der bis dahin vorzügliche Wiesenriesen-Keeper dann auch nicht als Spielverderber outen und ließ den Ball passieren. Ein wichtiges Tor.

Jetzt war Torpedo dran, insbesondere David, Thomas und Björn kurbelten vorne unermüdlich und brachten die keineswegs sattelfeste Abwehr des Meisters in Bedrängnis – wahrscheinlich lag es auch daran, dass dort schätzungsweise alle Spieler die Rückennummer „5“ trugen und als Liberos hinter der Abwehr agieren wollten. Es war dann nach Vorarbeit von Thomas ca. 5 Minuten vor Schluss Lutz vorbehalten, das viel umjubelte und auch verdiente 2:2 zu erzielen – ein leicht flatternder Schuss, der zum Glück trotz direkter räumlicher Nähe des Keepers den Weg in die Maschen fand.

Ein Punkt gegen den Meister, nur noch wenige Minuten zu spielen, Björn hatte sogar noch eine nicht ungefährliche Möglichkeit zum 3:2. Dies wäre wohl nicht verdient gewesen im Kampf der bis dahin gleichen Torpedos, doch dann sollte sich der kleine, aber leider entscheidende Unterschied zeigen: Kamen die Wiesenriesen nach einem Eckball kurz nach dem 2:2 überhaupt erst zu ihrer ersten gefährlichen Torchance nach dem zwischenzeitlichen 0:2, so schlugen sie danach eiskalt zu, indem sie – und das schmerzt – die Fehler der Eisen-Torpedos gnadenlos ausnutzen: Ballverlust an der Mittellinie, ein gradliniger Wiesenriese kann den ganzen linken Flügel heruntermarschieren und wird erst kurz vor dem Dreiländereck Grundlinie – Strafraum mit einem nicht zwingenden Foul gestoppt. Lupfer in den Strafraum, aus zehn Metern wuchtet der schlitzohrige und durch zwischenzeitige längere Auszeit bestens ausgeruhte Knipser von Torpedo Wiesenriesen den Ball sehenswert in das Eisentor, unter anderem auch aufgrund völliger Einsamkeit im Strafraum.  

Kurz darauf ertönte dann der Schlusspfiff eines sehr verkrampften, in der zweiten Hälfte allerdings besseren Spiels, das dennoch stets fair von beiden Mannschaften geführt wurde. Zwar wurde es gerade gegen Ende der Partie öfters etwas hitzig, vor allem als nach wiederholt hartem Einsteigen vom Gegner Philip sich zu einer kleinen Gegenattacke hinreißen ließ, der aufmerksam und nicht zu kleinlich leitende Schiedsrichter Thomas Andries wich auch hier nicht von seiner großzügigen Linie ab und beließ es bei einer Beruhigung der kochenden Gemüter. Ihrem Namen als Wiesenriesen machten die Sieger des Spiels nach Beendigung desselben alle Ehre, als sie den unglücklichen Verlierern fair zu ihrer Leistung gratulierten und meinten, dass ein Unentschieden wohl das verdientere Ergebnis gewesen wäre. Macht nicht jeder!

Nach dem Spiel sollte Torpedo Eisen aber nicht zu lange die Wunden lecken: Nach langer Spielpause auf wirklich grottenschlechtem Boden war man dem Meister lange Zeit ebenbürtig. Drei Gegentore (davon zwei nach Standardsituationen) und zu viele ausgelassene Großchancen sind aber eine zu schwere Last, um wichtige Spiele zu gewinnen – und das machte auch in diesem Spiel den Unterschied zu den Mannschaften aus, die ganz oben mitspielen. Noch ist nichts verloren, die vielen Torchancen geben berechtigte Hoffnung, dass in den ausstehenden vier Spielen Torpedo wieder mehr Tore schießt als der Gegner. Aus der kompakten Mannschaftsleistung ohne Abstriche sind vielleicht die defensiven Mittelfeldspieler Sini und Philip sowie Gregor und Kai hervorzuheben, die (frei nach Kerner) „ihre Außenpositionen in der Kette sehr defensiv interpretierten, aber auch hübsche Pässe nach vorne spielten und dadurch zeigten, dass sie wie wir alle richtig Lust am Fußball hatten“. David und Thomas taten ansonsten gewohnt viel für den Spielaufbau, dies in der zweiten Hälfte auch gewohnt effektiv.

Gespielt haben:

Markus – Stefan, Sebi, Kai, Gregor, Boris, Marc – Sini, Philip, Thomas, Selcuk, Christoph, Lutz, Sega – Björn, David, Tommy, Karl.

Tore: 0:1 (52.); 0:2 (60.); 1:2 Philip (71.); 2:2 Lutz (82.); 2:3 (88.)

 

Torpedo Eisen - Roter Hammer 3:0
Samstag, 16.04.05, um 15.30 Uhr auf der Jahnwiese

Torpedo Reloaded  

Der solide Rhythmus von einem Pflichtspiel pro Woche scheint der Mannschaft bestens zu bekommen: Die druckvolle Vorstellung in den zweiten 45 Minuten zeigte, dass die Raketen wieder fliegen. Zwar wären ohne die phasenweise sinnlose Ballerei vielleicht noch mehr Tore gefallen, doch das Dauerfeuer auf das Roter-Hammer-Tor erfreute jeden Fan, der mit dem Vereinsnamen „Torpedo“ etwas empfindet. Torpedo Eisen heute ohne den verletzten Guido und 'Tanker' Björn, dafür gab Sharif nach erfolgreich absolviertem Winter-Training sein Debut im Eisen-Trikot.

Wie jedes Kind weiß, sind moderne Torpedos gemeinhin Unterwasserraketen mit eigenem Antrieb und einer Sprengladung. Jedoch wissen in der heutigen Mediendiktatur die wenigsten, dass das Wort Torpedo eigentlich eine völlig friedliche Herkunft hat. Es leitet sich vom englischen Wort „Torpedo“ ab, das eine Fischgattung aus der Ordnung der Torpediformes und der Familie der Torperidae (Zitterrochen) bezeichnet. Diese Fische beziehen ihren Namen übrigens vom lateinischen Wort „torpere“, das in sehr freier und (offensichtlich vulgärlateinischer, der Verf.) Weise mit „lähmen“ übersetzt werden kann. Wieso der nach eigener Einschätzung so durchschlagkräftige Ostblock seine Sportkollektive überdurchschnittlich oft nach Zitterrochen benannte, geht in der heutigen Diskussion auch während der Spiele von Torpedo Eisen völlig unter. Laut dem Wikipeda-Lexikon wurde im Sprachgebrauch der Marine der Begriff übrigens nicht zuerst von einem Russen, sondern um das Jahr 1800 von Robert Fulton benutzt, der ihn im Zusammenhang mit seinem U-Boot Nautilus anwandte.

Jedenfalls gab es nach der Pause Chancen im Minutentakt: David passt auf Tommi, der scheitert noch knapp, Philip ebenso nach schöner Flanke von außen. Die Hämmer unter Druck, auch die von Thomas getretenen Freistöße sorgten für Gefahr. Insbesondere in der 54. Minute: Strammer Schuss aus ca. 20 Metern, der Hammer-Keeper kann das Leder nicht festhalten und Gregor schob den Abpraller geistesgegenwärtig zum Führungstreffer ein. Direkt danach geht David allein auf den mit einem farbenfrohen Sweater gekleideten Torhüter zu, dieser kann aber klären. Erwähnenswert auch ein schöner Pass von Gregor, den David zu einem nur knapp am Tor vorbeirauschenden Schuss verarbeiten konnte. Dann reichte es aber unserem Allrounder im Angriff und am Kinderpopo und er nickte eine Ecke von Thomas zum 2:0 ein. Großer Jubel und natürlich auch Erleichterung bei der Mannschaft, die unbedingt das Viertelfinale der Champions-League erreichen will und sich nun endgültig auf der Siegerstasse wähnte.

Auch nach dem 2:0 ging der Sturmlauf weiter, David brannte phasenweise ein Feuerwerk im Mittelfeld ab und setzte Karl und Tommi immer wieder gut in Szene. Zählbares gab es dann noch durch einen raffinierten Schuss von Philip aus der Drehung zwischen Verteidiger und herauseilendem Keeper hindurch nach perfektem Anspiel durch David. Weitere Tore hätten auch in der Schlussphase fallen können, aber sie fielen nicht.  

Die erste Halbzeit erinnerte im Übrigen eher an Zitterrochen als an Raketen. Hinten machte man einen auf Viererkette, nutzte die sich ergebene Überzahl im Mittelfeld aber hauptsächlich zum Fehlpass-Spielen. Gleich einem Flipper-Automaten titschte der Ball durch die Reihen, Torchancen gab es bis auf wenige Ausnahmen keine – das bedeutet im Freizeitfußball nichts Gutes. Unter Druck stand die Torpedo-Abwehr aber selten, die Hämmer entwickelten dafür zu wenig Gefahr. Schnell vergessen!

Insgesamt ein erfreulicher Arbeitssieg, nicht mehr und nicht weniger. Große Erfolgsgesänge sind nicht angesagt, aber die CL-Qualifikation ist aus eigener Kraft machbar. Wenn die Leistungen auch über 90 Minuten konstanter werden, dann könnten die Freunde von Raketen und lähmenden Fischen allerdings noch besser schlafen. Mund abputzen, weiter machen.

Tore: 1:0 Gregor (54.), 2:0 David (63. Minute Vorarbeit Thomas), 3:0 Philip (80. Minute Vorarbeit David).

Gespielt haben: Markus – Kai, Marc, Sebi, Stefan, Chris, Boris; Sharif, Gregor, Sini, Lutz, Thomas, Philip; David, Tommi, Karl.

 

Torpedo Eisen - Zwietracht Dresch und Flegel 3:0
Samstag, 21.05.05, um 15.00 Uhr auf der Jahnwiese

Im Spiel gegen Zwietracht Dresch und Flegel ging es für TE darum, mit einem Sieg den Kurs Richtung Viertelfinale weiter einzuhalten. Zwietracht besaß dagegen schon vor dem Spiel keine Chancen mehr, die Play-Offs zu erreichen. Torpedo wollte den Gegner aber nicht auf die leichte Schulter nehmen, zumal es beim letzten Aufeinandertreffen eine Niederlage gegen Zwietracht setzte.

Bei TE waren überwiegend alle an Bord, lediglich Sebi und Gregor, sowie die Dauerverletzten Guido, Selcuk und Charif, fehlten.Torpedo hatte sich vorgenommen, durch sicheres Kombinationsspiel und frühzeitiges Pressing Zwietracht nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Dies wurde in der ersten Halbzeit tadellos umgesetzt. Der Ball lief sicher in den Reihen der Torpedos. Die Angriffe wurden gezielt über die Flügel vorgetragen. Die ansonsten hohe Fehlpassquote wurde deutlich minimiert. Die erste große (Doppel-)Chance besaß Thomas nach etwa 10 Minuten, bei einem Kopfball aus 8m und wenige Minuten später, als er nach schöner Vorarbeit von Tommy aus 16m knapp verzog. Aufgrund des druckvollen Spiels erarbeitete sich Torpedo eine Vielzahl von Ecken. So auch in der 24. Minute: Nach präziser Ecke von Björn konnte der am langen Pfosten lauernde Tommy den Ball zur Führung einköpfen. Endlich ist auch bei dem in den letzten Spielen etwas an Ladehemmung leidenden früheren Torschützenkönig der Knoten geplatzt! Von der Führung beflügelt, spielte Torpedo weiter nach vorne. Wieder nach einer Ecke die nächste gute Chance für TE, als sich nach einer zu kurzen Abwehr Chris aus 20m ein Herz nahm und sein fulminantes Geschoss noch gerade von einem Verteidiger auf der Linie geklärt werden konnte. Ein paar Minuten später dann der Ausbau der Führung: Nach einer Ecke von Philip konnte der artistische Schuss von Marc von dem starken Torhüter von Zwietracht zunächst noch geklärt werden. Der Ball landete jedoch genau vor die Füße von Björn, der mit viel Übersicht auf den südamerikanischen Sturmtank Sega ablegte und dieser ließ sich die Chance nicht entgehen, aus 5m sein erstes Champions-League-Tor zu erzielen.

Ende der ersten Halbzeit ergaben sich noch zwei weitere Chancen für Torpedo nach Kopfbällen von Karl, jedoch blieb es bis zur Pause beim 2:0. Zwietracht konnte lediglich bei Ecken seine Gefährlichkeit aufblitzen lassen. Nach einer spielerisch sehr starken ersten Halbzeit von TE war der einzige Wermutstropfen, dass Spielmacher Thomas mit Verdacht auf Leistenbeschwerden ausgewechselt werden musste. Von hier aus gute Besserung.

Die zweite Halbzeit begann etwas nachlässig von Torpedo. Zwietracht zeigte große Moral, denn obwohl es für sie um nichts mehr ging und sie bereits 0:2 hinten lagen, gaben sie nicht auf und spielten beherzt nach vorne. Nun musste auch Torhüter Markus zweimal sein Können aufbringen, um den Anschlusstreffer zu verhindern. Nach etwa 20 Minuten in der 2. Halbzeit hatte sich Torpedo jedoch wieder gefangen und spielte zielstrebiger nach vorne. Vor allem der von Minute zu Minute stärker werdende David drängte auf das 3:0. Trotz guter Konter wollte das Tor jedoch noch nicht fallen. Pech hatte Lutz als sein Schlenzer aus halblinker Position nur die Latte touchierte. 10 Minuten vor Schluss dann aber die Vorentscheidung, als sich Lutz im Mittelfeld den Ball erkämpfte und auf Philip passte, der den Verteidigern davon lief und sich nur noch dem Torwart von Zwietracht gegenüber sah. Philip`s Schuss konnte vom Keeper noch pariert werden, den Abpraller köpfte David jedoch aus 6m ins leere Tor. Das war die Entscheidung. In der Schlussphase gab es sogar noch weiter Torchancen durch Boris und David - nach schöner Vorarbeit von Kai - jedoch blieb es bei dem auch in der Höhe verdienten 3:0.

Mit dem sehr fairen Spiel gegen einen sympathischen Gegner hatte der souverän leitende Schiri Capelli nie ein Problem. In einer spielerischen guten Partie ist vor allem die starke Abwehrleistung von Stefan, Marc, Kai, Boris, Chris und Sini besonders erwähnenswert, zumal das letzte Gegentor (aus dem Spiel heraus) jetzt schon über 271 Minuten her ist! Das macht Mut für die anstehende schwere Aufgabe am nächsten Sonntag gegen Cream Team, wo es im direkten Aufeinandertreffen zum Showdown um das Erreichen des Viertelfinals kommt.

Tore: 1:0 Tommy (Björn, 24.Mnute), 2:0 Sega (Björn, 32. Minute), 3:0 David (79. Minute)

Gespielt haben: Markus - Kai, Stefan, Marc, Boris, Chris, Sini, Philip, Björn, Thomas - David, Tommy, Karl, Sega, Lutz.

 

Torpedo Eisen - Cream Team Cologne 5:4
Sonntag, 29.5.05, 15 Uhr auf den Jahnwiesen

Wenn gestandene Hobbyfußballer schreiend aufeinander springen und sich gegenseitig in Bier einlegen, wenn im Minutentakt die Äußerungen “Weltklasse” und “geilstes Spiel meiner Karriere” fallen, wenn verschwitze Trikots von den zahlreichen Fans dankbar in die Hände genommen werden und die letzten Recken erst zwei Stunden nach Abpfiff (besoffen) den Platz verlassen – ja wenn das alles an ein und demselben Tag passiert, dann ist das eingetreten, was es bekanntlich selten, aber eben doch immer wieder gibt: Ein fußballerisches Wunder.

Doch der Reihe nach: Im vorentscheidenden Spiel ging es gegen den Angstgegner Cream Team Cologne für Torpedo darum, mindestens einen Punkt zu ergattern. Damit würde man sich die Chance bewahren, im letzten Spiel gegen Mülldeponie durch ein besseres Torverhältnis Rang 2 zu behaupten. Eisen musste ohne die verletzten Guido, Selcuk, Charif und Thomas sowie den abwesenden Lutz auskommen.

Das Spiel begann bei halbwegs annehmbaren Platzverhältnissen und nicht mehr ganz brutalen Temperaturen konzentriert, aber abwartend. Beide Mannschaften bemühten sich von Beginn an um einen geordneten Spielaufbau, wobei das Cream -Team sein Glück durch schnelle Angriffe aus der Tiefe versuchte. In den ersten Minuten optische Überlegenheit für die Creams. Nach einem langem Ball des Cream-Teams auf die rechte Angriffsseite, konnte die spritzige „Nr.9“ den Ball Höhe Grundlinie stoppen, von dort an drei (!) Abwehrspielern vorbei wieder nach innen führen und unter dem heranstürzenden Markus hindurch zum 0:1 einschieben. Die nicht unverdiente Führung für das favorisierte Team nach nur 5 Minuten.

Erst nach diesem Gegentor kam Torpedo besser ins Spiel. Die erste richtig gefährliche Möglichkeit nach 25 Minuten: Philip knallte aus 16 Metern einen Freistoß in Richtung linkes oberes Eck, der Keeper gab sich aber keine Blöße und klärte zur Ecke. Nur wenig später: Tommi schlägt eine wunderschöne Bananenflanke, diese segelt in den Strafraum, nach missratener Abwehr fällt David der Ball vor die Füße, sein strammer Schuss klatscht aber nur an den Außenpfosten. Diese Szene war der Startschuss für die Schlussoffensive in der ersten Hälfte. Das Cream Team ließ sich immer weiter in die eigene Hälfte drängen und kam zu keiner nennenswerten Offensivaktion mehr, Torpedo drückte zunehmend. Stark in dieser Phase das Zusammenspiel im Mittelfeld mit Philip, Gregor, Sini und dem auf der linken Seite sehr agilen Christoph, sehr druckvoll der Sturm mit Tommi, David und Björn. Es gab eine weitere gute Chance durch einen flatternden Außenristschuss von David, der aber auch im mit einem professionellen hellblauen Sweater gekleideten Keeper seinen souveränen Meister fand. Auch Björn und Gregor kamen noch zu guten Gelegenheiten. Kurz vor der Pause dann der spektakuläre Auftritt von David: Nach einer geklärten Ecke schnappte er sich den Ball am eigenen Strafraum und nahm Fahrt auf das Tor von Cream Team auf. Nach einem Solo von über 70m konnte David nur noch per Foul im Strafraum gestoppt werden. Klare Sache: Elfmeter! Der Gefoulte sollte niemals selbst schießen, es sei denn, er heißt David. Der verwandelte sicher zum wichtigen Ausgleich noch kurz vor der Pause. Allerdings waren noch wenige Minuten bis zur Pause zu spielen. So dachte man sich, dass die schwarz-gelb gekleideten Gegner mit hohem Renommee nach längerer Zeit doch auch mal wieder einen Angriff fahren sollten, unternahm bis zu einem Foul an der Strafraumgrenze auch nichts dagegen und schaute beim anschließend nicht schreckenserregend getretenen Freistoß in auch nicht völlig entlegene Bereiche des Tores seelenruhig zu, wie der Gegner sein zweites Tor erzielte. Alles nicht ganz unbekannt. Torpedo hatte durch eigene Nachlässigkeit die hart erarbeiteten Früchte zunichte gemacht. Zur Halbzeit: 1:2.  

In der Halbzeit deutete Käptn Philip dann an, dass er noch Großes vorhatte. Seine Ansprache ließ die nicht vorhandenen Kabinenwände erzittern. Er brüllte so entschlossen die ganze Mannschaft zusammen, dass sich bei jedem Spieler erkennbar eine hitzig-spritzige Mischung aus Trotz, Power und Zuversicht bildete. Dies war so ergreifend, dass die umstehenden Leute, darunter mehrere Spieler und Anhänger vom möglichen Viertelfinalgegner Lok Libuda, beeindruckt Beifall spendeten. Mit Selbstbewusstsein ging es in die zweiten 45 Minuten, die keiner der Beteiligten so schnell vergessen sollte. Torpedo Eisen war sichtlich bemüht, den Druck der ersten Hälfte aufrecht zu erhalten. So ergaben sich dann auch weitere Möglichkeiten. Nach einer geschickten taktischen Umstellung trugen nun vor allem David, Sini, Boris, Gregor und Björn die Bälle durch das Mittelfeld, während sich Philip mit Karl, Sega und Tommi im Sturm mitunter sehr gefährlich in Szene setzen konnten. Die erste Chance durch Philip, dessen Schuss konnte der hervorragende Keeper wieder einmal halten. Pech hatte David mit seinem Lupfer, der nur das Außennetz touchierte, während am Spielfeldrand bereits Jubel ausbrach, man dachte, dies sei bereits der Ausgleich. Torpedo war dran! Dennoch kam alles wieder ganz anders. Die erste Chance für Cream Team im 2. Durchgang nach 56 Minuten: Eine hoch hereingetretene Ecke regnete auf die Torpedo-Abwehr hinunter, beim Versuch zu klären geriet der Ball unglücklich an die Hacke von Marc und von dort ins Tor. Ein Eigentor, und das in dieser Phase! Marc konnte glücklicherweise von seinen Kameraden schnell wieder aufgerichtet werden, ihm war absolut kein Vorwurf zu machen. Er setzte seine starke Partie in der Abwehr ohne Abstriche fort. Somit waren bei verbleibenden 30 Minuten zwei Tore aufzuholen. Eine kuriose Szene sollte dann aber endgültig den spektakulären Teil der Partie einleiten: Der Keeper des Cream Teams stand fast eine halbe Minute mit dem Ball in der Hand vor seinem Tor und vor dem lauernden Tommi („Mach mir den Dudek“), worauf der jederzeit souveräne und fehlerlos leitende Schiri Dieter Winzen auf indirekten Strafstoß für Torpedo richtig erkannte. Darauf hin wechselte Spielertrainer Philip umgehend David ein, legte selber für diesen auf und David drosch den Ball aus 16m unhaltbar unter die Latte. Torpedo war wieder im Rennen. Nur noch ein Tor Rückstand und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Aber wie gnadenlos und brutal Fußball doch sein kann, sollte Torpedo ein weiteres Mal zu spüren bekommen: Alles was man sich versucht hatte, wieder aufzubauen, machte der Gegner im Minutentakt zunichte. Ganze zwei Minuten später nach dem Anschlusstreffer setzte sich der pfeilschnelle Stürmer von Cream Team auf der rechten Seite durch und konnte zur erneuten Zwei-Tore-Führung einnetzen: 2:4. Doch jetzt klingelte die Ansprache von Philip in den Ohren. Wie war das? Aufhören mit Torpedo bei Niederlage? Kein Glaube an die eigene Stärke? Jetzt erst recht, dieses Spiel durfte einfach nicht verloren werden! Tommi gab das Signal: Direkt nach Anstoß schöner Drehschuss von ihm, der knapp am Pfosten vorbei strich. Torpedo war noch nicht tot. Und dann die unmittelbar bevorstehende Wiederbelebung: Wieder Freistoß von Torpedo 20m vor dem Tor, wieder nimmt David Maß und sein Ball wäre gefährlich auf das Tor von Cream Team gezogen, wenn nicht im letzten Augenblick ein Spieler von Cream den Ball mit dem Arm abgewehrt hätte. Eine ähnliche Situation wie beim tags zuvor stattfinden DFB-Pokalfinale, als Vermant im Strafraum vor Rost klärte. Im Gegensatz zu seinem weitaus höher pfeifenden Schiri-Kollegen erkannte aber Schiri Winzen sofort auf Elfmeter. Die vielleicht letzte Chance eine Viertelstunde vor Schluss wieder heran zu kommen. Wieder lief David an und - oh weh - verzog! Torpedo hatte diese Chance vertan. War dass das Ende? 5 Minuten später noch einmal Ecke für Eisen. „Und wenn nichts mehr geht, dann kommt von irgendwo ein Lichtlein her…..“. In diesem Fall in Form des starken Libero Stefans. Dieser setzte sich nach Philip Ecke gegen zwei Spieler mit all seiner Willenskraft durch und bugsierte den Ball mit dem Knie aus 5m ins Tor. Nur noch 3:4 und 10 Minuten noch zu spielen. Torpedo jetzt völlig entfesselt. Das Cream-Team hatte nur noch wenig entgegenzusetzen, lauerte auf Konter. Und wie das bei geöffneter Abwehr so ist – in der 83. Minute hätte es beinahe wieder im Torpedo-Tor geklingelt, glücklicherweise hing die Latte genau am richtigen Ort. Endlich auch einmal das Glück auf Torpedos Seite! Weiter, immer weiter rollten jetzt die Angriffe von TE. Das Mittelfeld wurde schnell überbrückt, vorne geriet die kräftemäßig abbauende Abwehr des Gegners immer mehr ins Wanken, fiel aber nicht. Die Power des Spielfeldes übertrug sich auch auf alle Zuschauer und die Verletzten Torpedos am Seitenrand, die einige Minuten zuvor noch mitleidig gelächelt hatten. Nur noch 5 Minuten reguläre Spielzeit. Sini mit Übersicht auf Björn auf halbrechts, der täuschte einen Torschuss aus 18m an und legte dann gewitzt auf den in halblinker Position schon am Strafraumeck lauernden Philip. Dieser besinnt sich im Überschwang der Gefühle auf den guten alten Übersteiger, zieht im Strafraum am Gegner vorbei und zieht trocken mit links ins lange Ecke ab: Torwart kam nicht mehr ran, Kirsche drin, Spiel gedreht, alle drehen durch! Der Ausgleich war da, das Viertelfinale wieder absolut möglich! Das Cream-Team hingegen musste das Spiel gewinnen. Anpfiff, nur noch wenige Minuten. Torpedo setzte voll auf Defensive. Nicht bloß wieder das Spiel aus den Händen geben. Sebi sicherte gegen den Kopfballstarken Libero zu, der immer die Ruhe bewahrende Kai machte die Seite dicht, Marc und Stefan hauten alles aus dem Strafraum. Cream Team wollte, konnte aber nicht mehr. Torpedo konnte auch nicht mehr, wollte aber alles – und bekam alles. Sini erkämpfte sich leidenschaftlich den Ball im Mittelfeld und setzte gekonnt Philip in Szene. Dieser mit einem eigentlich zu hohen Pass auf David, aber der ist an diesem Tage von niemand zu stoppen. Geschickt schirmte er den Ball gegen seinen Gegenspieler ab und besaß auch noch die Nerven den Keeper aus 8m auszudribbeln, bevor er unter dem Urschrei der Mitspieler und Torpedo-Fans den Ball zum 5:4 über die Linie drückte! In 15 Minuten hatte Torpedo das Spiel gegen seinen Angstgegner gedreht! Der Wahnsinn hat einen neuen Namen: Torpedo Eisen!

Danach spielten sich Szenen ab, die es bei Torpedo Eisen noch nicht gegeben hat. Ein denkwürdiges Spiel hat einen verdienten Sieger gefunden. Jetzt ist alles möglich, ein Hinweis aber: Spiele kann man auch 2:0 gewinnen!!! Wunder gibt es immer wieder – und endlich einmal nicht gegen, sondern für Torpedo Eisen. Ausgerechnet gegen das favorisierte Cream Team, gegen das die Torps nach langjähriger gemeinsamer Bunte-Liga-Zugehörigkeit noch nie gewinnen konnten. Und das Beste: Das von David kurz vor Schluss locker eingeschobene 5:4 war nicht nur das Siegtor in diesem Spiel, sondern bedeutet auch die vorzeitige Qualifikation zum Viertelfinale in der von Experten als „Todesgruppe“ bezeichneten CL-Gruppe 1. Unglaublich: 20 Minuten vorher stand es noch aus Sicht von Torpedo Eisen 2:4 und David hatte gerade einen Handelfmeter verschossen. Im Überschwang der Freude gilt das ehrliche Mitgefühl der Torpedos dem fairen Gegner. Ein entscheidendes Spiel so zu verlieren, tut einfach sehr weh – wir wissen genau, wie das ist (siehe Halbfinale aus dem letzten Jahr, Siegtreffer Graskloppers in der 88. Minute). Aus einer wirklich (bis natürlich auf die Gegentore) überzeugenden Mannschaft kann man kaum Spieler hervorheben, niemand wird dem Kommentator aber absolute Unkenntnis attestieren, wenn er Davids und Philips Leistung mit „überragend“ bewertet.

Gespielt haben: Markus – Kai, Marc, Stefan, Sebi, Christoph – Gregor, Sini, Boris, Philip -  Sega, Tommi, Karl, Björn, David

Tore: 0:1 (5.); 1:1 David (40. Min., FE an David); 1:2 (43.); 1:3 (56.); 2:3 David (62.); 2:4 (65.); 3:4 Stefan (76., Philip); 4:4 Philip (83., Björn),  5:4 David (89., Philip)

Und hier ein paar Eindrücke der Stimmung nach dem Spiel:

      

 

Torpedo Eisen - Mülldeponie 4:3
Sonntag, 12.6.05, 15 Uhr auf den Jahnwiesen

Im letzten Gruppenspiel gegen Mülldeponie ging es für die bereits qualifizierten Torpedos darum, nicht aus dem Tritt zu geraten und mit einem weiteren Sieg die Hauptrunde zu beenden. Dabei musste TE auf Markus, Thomas, Kai, und Tommy verzichten. Gerade die schwere Verletzung von Stürmer-Legende Tommi, der wahrscheinlich über ein halbes Jahr ausfallen wird, lag allen schwer im Magen. Erfreulich dagegen, dass sich Guido nach langer Abstinenz als (Ersatz-)Torwart zur Verfügung stellte.

Das Spiel begann schleppend. Torpedo zu passiv. Mülldeponie in der ersten Halbzeit das engagiertere Team. Glück hatte Torpedo in der 10. Minute, als ein Spieler von Mülldeponie völlig freistehend vor dem Tor vergab. Im Gegenzug eiskalt die Führung von Torpedo: nach einem Abspielfehler des ansonsten sehr starken Torhüters von Mülldeponie, landete der Ball bei Lutz, der aus 16m den Ball (mit geschickter Hilfe eines Maulwurfhügels!) ins leere Tor schob. Mülldeponie aber schien sich davon nicht beeindrucken zu lassen. Nach 20 Minuten der Ausgleich, als der pfeilschnelle Stürmer von Mülldeponie ein Zögern von Abwehr und Torwart ausnutzte und den Ball per Lupfer zum 1:1 versenken konnte.

Torpedo versuchte danach, das Spiel wieder zu ordnen. Gefahr entbrannte vor allem über die starke linke Seite mit Chris, Boris und Lutz. Erst scheiterte Karl nach Vorarbeit von Boris, danach Boris gleich zweimal aus kurzer Distanz nach sehenswerter Vorarbeit von Karl. Doch Mülldeponie hatte auch seine Chancen, vor allem in der 25. Minute bei einem Lattenknaller aus halbrechter Position. In der 27. Minute, die nicht unüberraschende Führung für Mülldeponie. Wieder war es die einzige Spitze von Mülldeponie, die sich gut in Szene setzen konnte und aus 8m selbst Keeper Guido keine Chance ließ. Kurz vor der Halbzeit war es dann dem in der ersten Halbzeit besten Eisen-Spieler Lutz vorbehalten, im Fernduell mit Mülldeponies Stürmer um die Gunst des besten Torschützen an diesem Tage, zu egalisieren: nach Pass von Philip konnte Lutz auf Höhe des Strafraums den Ball gekonnt mit der Hacke mitnehmen und aus 6m einnetzen. Mit dem Unentschieden ging es in die Halbzeit. 

Für die zweite Halbzeit hatte sich Torpedo vorgenommen nun endlich zielstrebiger nach vorne zu spielen. Dies sollte bereits nach 10 Sekunden in der zweiten Halbzeit schon umgesetzt werden können: Nach Buli-Anstoß und darauf folgendem Fehlpass eines Abwehrspielers von Mülldeponie landete der Ball genau vor den Füßen von Sega, der den Ball klug zu David spielte. Dieser nahm den Ball auf und hämmerte ihn unhaltbar aus 17m in die Maschen. Mit dieser sehenswerten Einzelaktion begann die stärkere Halbzeit von Torpedo. Endlich wurde mehr kombiniert und es kam zu einer Fülle an Torchancen. Besonders aktiv im Mittelfeld Gregor, David und Björn, die die Bälle schön verteilten. Gleich mehrmals scheiterten die Stürmer Karl und Sega entweder an Mülldeponies Katze im Tor oder an der eigenen Unkonzentriertheit. So blieb es schließlich Boris überlassen, eine Viertelstunde vor Schluss die Vorentscheidung zu erzielen: Nachdem er in der Halbzeit-Pause seine neuen Victoria Beckham-Schühchen gewechselt hatte, klappte es auch beim Tore Schießen: Sega legt mit missglückten Fallrückzieher auf Boris ab, der nimmt aus 12m Maß und der verdeckte Schuss passte genau: 4:2. Das war die Vorentscheidung. In der letzten Minute dann noch das 3:4 nach einer Ecke.

Trotz vieler gelber Karten von Schiri Winzen ein faires Spiel mit einem gerechten Sieger, wobei Mülldeponie zumindest eine Halbzeit lang stark dagegen hielt. Nunmehr hat Torpedo die letzten 5 Spiele alle gewonnen und kann mit breiter Brust in das Viertelfinal-Spiel gegen Lok Libuda auflaufen. Die letzten Spiele gegen den sympathischen Gegner waren immer sehr ausgeglichen. Es wird auf jeden Fall ein ganz heißes Duell in zwei Wochen!

Tore: 1:0 Lutz (11. Minute), 1:1 (20. Minute), 1:2 (27. Minute), 2:2 Lutz (Philip, 38. Minute), 3:2 David (Sega, 46. Minute), 4:2 Boris (Sega, 78. Minute), 4:3 (90. Minute)

Gespielt haben: Guido - Sebi, Marc, Stefan, Chris - Gregor, Boris, David - Björn, Karl, Lutz, Sega, Philip

 

 

Vorrunde 

Torpedo Eisen - Zombie Zollstock 3:6
Sonntag, 05.09.04, um 15 Uhr auf der Jahnwiese

Der Auftakt zur neuen Saison stand unter keinem guten Stern. Mit Björn, Thomas, Markus, Lutz und Marc fehlten gleich mehrere Leistungsträger. Trotzdem sollte das Fehlen dieser Spieler keine Entschuldigung für die klägliche Leistung der immerhin vom Papier her nicht schlecht besetzten Mannschaft von Torpedo an diesem Tage sein.

Schon von Beginn zeigte sich, dass Eisen die Sommerpause mehr am Strand als in der Muckibude verbracht hatte. Null Laufbereitschaft, kein Einsatz und technische Unzulänglichkeiten prägten das Spiel von Torpedo in der ersten Halbzeit. Folgerichtig ging Zombie nach 20 Minuten verdient in Führung. Nach einem haarsträubenden Fehler des bis dahin noch besten Eisener Libero Stefan hatte der Stürmer von Zollstock keine Mühe den Ball an Ersatzkeeper Guido vorbei aus 8m ins Tor zu schieben. Unerhofft und auch unverdient, aber dafür sehr sehenswert dann der Ausgleich nach 30 Minuten, als Gregor einen zu kurz geklärten Ball aus 23m halbrechter Position mit Vollspann in den Winkel hämmerte. Kurz kam die Hoffnung auf, dass mit dem Ausgleich auch Torpedo aus seiner Lethargie erwachen würde, aber weit gefehlt. Fünf Minuten später erzielte der hübscheste Zombi (eine Frau!!) aus kurzer Distanz die erneute Führung, nachdem Chris in seinem ersten Spiel für Torpedo im Tiefschlaf weilte. Und weil es einmal lief, ließ sich Zollstock nicht lumpen noch vor der Pause auf sage und schreibe 4:1 zu erhöhen.

Das war mit Abstand die schlechteste Halbzeit von Torpedo aller Zeiten. Die Verteidigung mit Kai, Stefan, Chris und Sebi ein Totalausfall, das Mittelfeld mit Boris, Sini, Christoph H., Gregor und Christoph M. hoffnungslos überfordert, die Kreativabteilung mit Philip und David unterirdisch schwach und der Sturm um Tommy, Sega und Karl gar nicht existent. Zu allem Überfluss passte sich Torwart Guido der Leistung seiner Vordermänner an.

Zur Halbzeit wurde an die Ehre der Spieler von Torpedo appelliert und dies hatte insoweit Erfolg als Eisen das Spiel in der zweiten Halbzeit zumindest ausgeglichen gestalten konnte. Kämpferisch hielt Eisen jetzt endlich dagegen, doch spielerisch nach wie vor ein Armutszeugnis. Zu allem Überfluss erhöhte Zombi direkt nach der Pause auf 5:1, als bei einem Freistoß vier Verteidiger von Torpedo es nicht schafften den einzigen Zollstocker entscheidend am Torschuss zu hindern. Damit war auch den letzten Optimisten die Illusion geraubt worden, Torpedo könnte das Spiel nochmal drehen. Dabei war es gar nicht die übermächtige Dominanz des Gegners, sondern vielmehr die eigene Schwäche, die diesen Spielstand verursachte. Es lief kein Ball über mehr als 2 Stationen. Dennoch: wenigstens die Einstellung stimmte im zweiten Durchgang. David durch Foulelfmeter (an Gregor) und Tommy mit sehenswertem 20m-Kracher konnten zwar noch verkürzen, an dem Ergebnis aber nichts mehr ändern.

In einer trotz vieler gelber Karten durch den sicher leitenden Schiedsrichter D. Winzen fairen Partie gewann Zombie Zollstock auch in der Höhe verdient mit 6:3. Trotz dieser Pleite gibt es einen guten Aspekt für Torpedo Eisen: Schlimmer geht`s nimmer!!

Anwesend ("Gespielt" kann man das nicht nennen) waren: Guido - Kai, Stefan, Sebi, Chris - Christoph H., Sini, Gregor, Boris, David, Christoph M., Philip - Tommy, Sega, Karl

Tore: 0:1 (20. Minute), 1:1 Gregor (30. Minute), 1:2 (35. Minute), 1:3 (39.Minute), 1:4 (42. Minute); 1:5 (48. Minute), 2:5 David (FE an Gregor, 55. Minute), 2:6 (75. Minute), 3:6 Thommy (90. Minute)

 

Torpedo Eisen - Juventus Urin 4:0
Sonntag, 19.09.04, um 15 Uhr auf der Jahnwiese

Nach der desolaten Partie in der Vorwoche ging es für Torpedo im Spiel gegen Juventus Urin darum, den Anschluss an die obere Tabellenhälfte nicht zu verlieren. Der Kader war bis auf Karl und Keeper Markus vollständig anwesend und alle waren heiß, die Schande vom letzten Sonntag vergessen zu machen.

TE präsentierte sich von der ersten Minute an wie ausgewechselt. Diszplin und hohe Laufbereitschaft wurden vor dem Spiel gefordert und von Beginn an von der Mannschaft umgesetzt. In der ersten Minute bereits hätte der agile Björn die Führung erzielen können. Sein Kopfball aus 8m strich knapp über das Tor. Pech hatte selbiger Spieler 10 Minuten später, als sein direkt gezirkelter Eckball nur die Latte touchierte. Torpedo spielte auf dem schmalen Platz vermehrt über die Außen. Immer wieder schalteten sich Christoph, Gregor, Sini und später Lutz und Boris in den Angriff mit ein. Eine Reihe von guten Flanken konnte aber zunächst noch keinen Abnehmer finden. In der 20. Minute dann der große Auftritt von Libero Stefan: kurz vor dem eigenen Strafraum erkämpfte er sich den Ball und zog dann unaufhaltsam Richtung Juve-Tor. Alle Rufe der Mitspieler, er möge doch abspielen, ignorierte er, um dann mit einem Gewaltakt aus 25m den Ball in den Torwinkel zu hämmern. Ein wahrhaft schönes Tor und dann noch gleich das erste von Stefan: Gratulation. Mit der Führung im Rücken spielte Eisen nun noch selbstbewusster. Der fleißige Tommy legte zweimal schön für Lutz und Sega auf, beide vergaben jedoch aus kurzer Distanz. So blieb es zur Pause bei der 1:0 Führung.

Nach der Halbzeit das gleiche Bild: Torpedo spielte engagiert und selbstbewusst, vergaß jedoch das Tore-schießen. Nach schöner Vorarbeit von Björn hätte Sega die Führung ausbauen müssen, scheiterte jedoch aus kürzester Distanz am Juves-Besten an diesem Tage, dem Torhüter. Und fast wäre es gekommen, wie es so oft im Fußball vorkommt, wenn man seine Chancen nicht nutzt: Ecke Juventus und ein gut platzierter Kopfball eines Uriners hätte den Ausgleich bedeutet, wenn nicht Keeper Guido mit einer Glanzparade den knappen Vorsprung verteidigt hätte.

In der 60. Minute dann doch die Vorentscheidung: nach einer feinen Abwehraktion von Marc schickte Philip mit einem Steilpass David auf Reisen, der in seiner unnachahmlichen Art erst dem Verteidiger davon lief und dann auch noch den Torwart umkurvte und aus spitzen Winkel zum 2:0 vollendete. Damit war die Partie vorzeitig entschieden.

Torpedo spielte weiter nach vorne und erspielte sich eine Reihe von Chancen, die leider ungenutzt blieben. Pech hatte Sini mit einem 20m Schuss, der nur die Latte traf. In der 75. Minute ein fast historisches Ereignis: nach einer von Thomas getretenen Ecke köpfte Torpedos Kleinster "his airness" Christoph das 3:0. Endlich ein Kopfball-Tor nach einer Ecke. Nachdem Spielertrainer Philip vor der Partie noch das mangelnde Kopfballspiel bemängelt hatte, nahm sich (endlich !) mal einer die Worte des Trainers zu Herzen. Damit hat wohl Christoph eine Stammplatzgarantie für die Saison sicher (trotz diverser Nachtclub-Eskapaden). Kurz vor Schluss erhöhte Tommy nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum von Juventus noch auf 4:0.

Auch in dieser Höhe geht der Sieg von Torpedo gegen einen fairen Gegner in Ordnung. Eine konzentrierte, geschlossene und kämpferisch stark verbesserte Mannschaftsleistung war der Grund für die Leistungssteigerung. Nach der heftigen Kritik in der Vorwoche sei noch die gute Abwehrleistung von Stefan, Marc, Kai, Sebi und Chris und Torhüter Guido hervorzuheben. Aber auch die anderen Spieler verdienen sich ein Sonderlob, es stand wieder eine geschlossene Mannschaft auf dem Platz. 

Die Schmach gegen Zombie hat Torpedo damit weggesteckt, allerdings ist es immer noch ein weiter Weg zur Erreichung der Champions League-Qualifikation.

Gespielt haben: Guido - Kai, Stefan, Sebi, Marc, Chris - Gregor, Sini, Boris, Philip, David, Thomas, Lutz, Christoph - Tommy, Björn, Sega

Tore: 1:0 Stefan (20. Minute), 2:0 David (60. Minute, Vorarbeit: Philip), 3:0 Christoph (75. Minute, Vorarbeit: Thomas), 4:0 Tommy (86. Minute).

 

Torpedo Eisen - Tsunami 2:0
Sonntag, 03.10.04, um 15 Uhr auf der Jahnwiese

Der Gegner hat 3 Stunden vor dem Spiel abgesagt, also gehen die Punkte kampflos an TE. Der Manager ist aber verärgert über die Spielabsage: "WIr hätten heute etwas für unser Torverhältnis tun können!"

 

Torpedo Eisen - Inter Filos 2:2
Sonntag, 17.10.04, um 12 Uhr auf der Jahnwiese

Gegen Interfilos war die Aufgabenstellung klar: mit einer Niederlage wäre höchstwahrscheinlich der Super-Gau für TE eingetreten, das Nicht-Erreichen der Champions-League! Bei einem Sieg wiederum hätte TE beste Chancen, sogar noch Gruppenerster zu werden.

Dementsprechend erklärte Spielertrainer Philip, dessen Posten bei einem Verfehlen der Champions-League mehr als wackelig ist, das Spiel gegen Interfilos zum wichtigsten Spiel des Jahres. Nach der Historie hätte man sich keinen besseren Gegner als Interfilos wünschen können, die letzten Spiele konnte jeweils TE für sich entscheiden. Interfilos, die unglücklich im Pokalfinale vor zwei Wochen verloren hatten, gilt aber als starke Truppe, und so wusste jeder Torpedo, dass dies eine ganz harte Nuss werden würde. Leider musste TE auf Björn, Gregor und den kranken Lutz verzichten.

Schön aber, dass sich zu so einem großen Spiel der Manage DJ es sich nicht nehmen ließ, mit seiner Anwesenheit zu glänzen. Dabei sei die Frage gestattet, wann die versprochenen neuen Transfer eintreten? Zu dem Manager gesellten sich noch der harte Kern der Spielerfrauen und die Mutter des Trainers, die bei einer Niederlage wohl die schützende Hand über ihren Sprössling halten müsste.

Das Spiel begann, als wären die mahnenden Worte des Trainers bei den Spielern wirkungslos verpufft. Interfilos kontrollierte von der ersten Minute an das Spielgeschehen, ohne allerdings sich selber zwingende Torchance zu erspielen. So kam unerhofftes und überraschendes in der 15. Minute, dem ersten (!) Angriff bis dato von Torpedo: nach einem schnell ausgeführten Einwurf von Thomas war David gedankenschneller als sein Kettenhund und Interfilos-Kapitän Mario, passte den Ball auf Tommy, der im zweiten Versuch den Ball eiskalt zur 1:0 Führung über die Linie drückte. Diese bis dahin überraschende Führung verlieh den Spielern von TE mehr Sicherheit. Die Abwehr um Stefan, Guido, Marc und Sebi stand in der ersten Halbzeit gut. Bis auf ein paar Fernschüsse/Freistöße keine große Gefahr für das von dem sehr sicheren Markus gehütete Tor. Lediglich das zentrale Mittelfeld hatte Probleme, die meist über die Mitte vorgetragenen Angriffe von Interfilos abzublocken. Sehr stark dagegen die linke Seite mit Boris und Sebi, dem frischgebackenen Ehemann. Seitdem er den Hafen der Ehe betreten hat, scheint er auch endlich das "Deckungsspiel" zu beherrschen. Nach einer halben Stunden dann sogar das 2:0. Auf Höhe der Mittellinie passte David zu Philip, der aus Angst um seinen Trainerposten den 5. Gang einlegte, und unwiderstehlich, von niemanden zu stoppen, auf das Interfilos-Tor zumaschierte, um dann aus 16m trocken abzuziehen. Der Ball schien haltbar, doch der ansonsten gute Zenga konnte den Ball nicht mehr um den Pfosten lenken. TE hatte die Führung ausgebaut.

Es schien als sollte diese Führung bis zur Halbzeit bestand halten, als kurz vor Pausenpfiff nach einem Einwurf ein Mittelfeldspieler von Interfilos den Ball aus 20m unhaltbar in die Maschen drosch. Interfilos, das schon im Pokalfinale ein 0:2 umgedreht hatte, war wieder dran.

In der 2.Halbzeit galt es zunächst für Torpedo, sicher zu stehen und dann durch einen Konter die Führung auszubauen. Leider musste diese Taktik schon früh über Bord geworfen werden. In der 55. Minute Freistoß vor dem Tor von Eisen aus 18m für Interfilos. Während sich die Eisen-Mauer noch positionierte, spielte Spielmacher Jens von Interfilos den Ball an der Mauer vorbei, und aus kurzer Entfernung hatte ein lauernder Interfilos-Spieler keine Mühe den Ausgleich zu erzielen. Durch einen Bauerntrick ließ sich Torpedo überrumpeln. Sehr ärgerlich, zumal diese Unkonzentriertheit Torpedo die Teilnahme an der CL kosten könnte.

Torpedo versuchte sich von dem Schock zu erholen. Dies gelang nur schwer, plötzlich witterte Interfilos Morgenluft. Die Abwehr wackelte, aber fiel nicht. Zweimal konnte Keeper Markus durch rechtzeitiges Eingreifen einen Rückstand verhindern. Interfilos erspielte sich in dieser Drangphase eine Vielzahl von Ecken, die jedoch auch Dank der Kopfballstärke von Stefan wirkungslos blieben. Erst nach 70. Minuten kämpfte sich Torpedo, angetrieben von dem unermüdlichen, aber manchmal etwas kopflosen Sini wieder ins Spiel. Allerdings verflachte das spielerische Niveau zunehmend. Einzige, minimale Gefahr ging bei Einzelaktionen von David oder Philip aus. Die Spitzen Karl, Sega und Tommy hingen in der Luft und konnten kaum Druck aufbauen. Die beste Torchance hatte Marc nach einer Kopfballverlängerung von Thomas, als er aus 8m noch den Ball gen Tor spitzeln konnte. Jedoch hatte Torwart Zenga gut aufgepasst und konnte die Chance vereiteln. Auf der Gegenseite hatte Interfilos mit einem Gewaltschuss aus 18m die beste Chance, bei der Markus schon sein ganzes Können aufbringen musste, um die drohende Niederlage zu verhindern.

Somit endete das Spiel leistungsgerecht mit einem Unentschieden. Das Spiel war jederzeit fair und wurde von Dreibeiner`s Torhüter Frank sehr sicher geleitet. Interfilos war der erwartet schwere Gegner und aufgrund der gezeigten Leistungen muss TE mit dem Punkt zufrieden sein. Somit bleibt es in der Gruppe weiter spannend. Interfilos kann mit einem Sieg gegen Kellerkinder am nächsten WE den Gruppensieg klar machen, TE brauch dagegen in zwei Wochen unbedingt einen Sieg gegen Kellerkinder, um sich als Gruppenzweiter noch für die CL zu qualifizieren.

Tore: 1:0 Tommy (15. Minute, Vorlage: David); 2:0 Philip (30. Minute, Vorlage: David); 2:1 (43. Minute); 2:2 (55. Minute)

Gespielt haben: Markus - Guido, Stefan, Sebi, Marc, Kai, Sini, Philip, Boris, Christoph, Thomas, Tommy, David, Karl, Sega.

 

Torpedo Eisen - Kellerkinder 4:1
Sonntag, 06.11.04, um 11 Uhr auf den Poller Wiesen

Bereits der erste Anblick der Poller Wiesen ließ die Vorfreude auf ein wichtiges Spiel bei allen Beteiligten steigen, sanft lag der noch vom geheimnisvollen Herbstesdunst verhüllte Platz am großen Strom im goldenen Licht der leuchtenden Herbstsonne; positive innere Anspannung und Zufriedenheit über ihr Tun an diesem Vormittag lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen in den Gefühlen der Spieler beim Aufwärmen. Trotz optimaler taktischer Einstellung von Spielertrainer Philip schaffte es Torpedo Eisen allerdings zunächst nicht, die zuvor beschriebenen Gefühlswallungen zumindest zu kontrollieren und anständig Fußball zu spielen. Nach der zweiten Station war der Ball beim Gegner, die Abwehr stand ungeordnet und vorne ging der Ball in überhasteten Aktionen schnell verloren. Erschwerend setzte ein unangenehm scharfer Wind ein, der die bereits nach wenigen Minuten erspielten Eckbälle des Gegners schön Richtung Torpedo-Tor (und sogar einmal an den Pfosten dieses Tores) drückte. Trotzdem hatten auch die Kellerkinder in dieser Phase nicht die letzte Konsequenz in ihren Aktionen, es entwickelte sich ein von Krampf und Ungenauigkeit gezeichnetes Spiel hauptsächlich im Mittelfeld ohne gefährliche Torchancen.  

Als sich die Teams und die nicht erschienenen Fans mit diesem Armutsfußball so langsam anzufreunden schienen, ließ der vom starken Kellerkind Claudio in der 24. Minute markierte Führungstreffer ein neues Spiel beginnen. Hatte noch das Zustandekommen des Gegentors – ein verhungerter Freistoss von der rechten Seite regnete auf den Stürmer der Kellerkinder, Sebi konnte den Torschützen nicht daran hindern, den Ball mit seinem Körper clever in die lange Ecke vorbei am machtlosen Markus zum 0:1 zu stoßen – ungute Gefühle hinsichtlich der Champions-League-Qualifikation ausgelöst, so machte der Ruck, der nach dem Gegentor durch die Mannschaft ging, nicht etwa die Hosen noch voller, sondern endlich die Köpfe frei. Plötzlich lief der Ball wesentlich besser durch die Reihen, Torpedo überbrückte das Mittelfeld mit erstaunlich sicherem Kombinationsspiel, die Abwehr agierte zunehmend kompromissloser. So kam es schon bald zu einer ersten guten Gelegenheit durch Tommy, der eine Hereingabe knapp am langen Eck vorbeizog. Kurz darauf war es Björn, der nach einem schön von Lutz vorgetragenen Angriff über die linke Seite den Ball nur kurz neben den linken Pfosten setzte. Es sollte aber der letzte Warnschuss vom besten Torpedo an diesem Tage bleiben, einige Minuten später konnte Björni nach kluger Hereingabe aus der Mitte den Ball im Strafraum am Keeper vorbei ins lange Eck zum 1:1 Ausgleich lupfen. Ein schönes und wichtiges Tor, welches Torpedo noch mehr Ruhe und Zuversicht gegen einen nunmehr nachlassenden Gegner gab – insbesondere Björn, der wenige Minuten später mit wunderbarem Alleingang aus dem Mittelfeld die Kellerkinder wie lästige Kegelfiguren durcheinanderwirbelte und lässig den Blau-Gelben die zweite Nuss verpasste. 2:1 -  Torpedo hatte das Spiel gedreht, insbesondere aufgrund der spielerischen Überlegenheit im Mittelfeld.

In der zweiten Hälfte entwickelte sich dann ein Kampfspiel, für beide Mannschaften stand ja einiges auf dem Spiel. Es kam zu einem intensiven, aber immer fairen Schlagabtausch, bei dem die nun wieder erstarkten Kellerkinder vor allem über die Außen drängten und die Torpedos ihr Glück im Konter suchten. Jetzt konnte auch die Abwehr ihren Beitrag zum Sieg leisten, Libero Stefan als Turm in der Schlacht räumte so ziemlich alles ab, Marc, Guido und Sebi stellten die Stürmer zu und der trotz vorherigem Nachtdienst nimmermüde Sini lief mit dem Staubsauger als würdige „Nummer 6“ durch die Lücken vor der Abwehr. Was dennoch durchkam, wurde vom souveränen Keeper Markus, dem großen Rückhalt an diesem Tage, weggepflückt. Die Kellerkinder schafften es nicht, Torpedo zu weit in die eigene Hälfte zu drängen, mit nach wie vor bemerkenswerten Ballstafetten im Mittelfeld war der letztjährige Dritte der Bunten Liga immer wieder brandgefährlich, scheiterte allerdings oft am gut aufgelegten Kellerkinder-Keeper – der dann aber tragische Momente zu durchleben hatte. Eine lange Flanke von Thomas - auf ihrer Reise in Richtung Strafraum sicherlich schön vom nunmehr für uns wehenden Wind zum Flattern gebracht – konnte er zwar fausten, leider aber nur hinter sich. 3:1. Die Vorentscheidung war somit ungefähr 20 Minuten vor Schluss gefallen. Die Kellerkinder antworteten vermehrt mit langen Bällen in die Spitze, außer bei zwei allerdings sehr gefährlichen Aktionen konnten sie die solide kämpfende Hintermannschaft der hammerharten Raketen von der Jahnwiese nicht in Verlegenheit bringen. Deren Kollegen im Angriff blieben gefährlich, und zehn Minuten vor Schluss konnte Philip nach starkem Flügelspiel von Sini und Tommy über rechts mit dem 4:1 doch noch seine Bude machen, hatte er sich zuvor doch in die lange Reihe namhafter Spieler eingereiht, die einen Ball einen Meter vor dem gegnerischen Tor noch über die Latte schießen können.  

Insgesamt ein auch in dieser Höhe verdienter Sieg, die Torpedos ließen in der zweiten Halbzeit noch weitere Großchancen ungenutzt. Nach diesem von Schiri Rudolph sehr aufmerksam - insbesondere bei einigen kniffeligen Abseits-Situationen - geleiteten Spiel kann Torpedo Eisen optimistisch auf die Champions-League schauen. Neben den bewährten Stärken Einsatz, mannschaftliche Geschlossenheit und individuelle Klasse konnten bisher nicht so oft zu Tage getretene spielerische Glanzpunkte gesetzt werden. Herauszuheben aus einem überzeugenden Team ist Björn mit seinen zwei Toren, David, der trotz vorheriger Klausur ab der 70. Minute auf dem Platz war und Thomas, der Klaus Fichtel der Bunten Liga, der nicht nur einem reifen edlen Rotwein gleich die feinen Pässchen spielen konnte, sondern mangels Fehlpässen und sogar aufgrund erfolgreicher Grätschen sämtliche Bitterstoffe, die ein solch betagter Tropfen angeblich haben soll, an diesem Tag ins Reich der Fabel verweisen konnte. So ein Tag, so wunderschön wie dieser...

Abschließend noch einmal zum Wetter: Nach dem Spiel zogen dunkle Wolken auf und es hagelte – die Champions-League wird sicherlich nicht leicht!

Tore: 0:1 (24. Minute); 1:1 Björn (29. Minute, Vorarbeit Philip); 2:1 Björn (38. Minute); 3:1 (Thomas, 65. Minute); 4:1 Philipp (78. Minute, Vorarbeit Tommy) 

Es spielten: Markus - Guido, Stefan, Sebi, Marc - Sini, Philip, Boris, Christoph, Lutz, Thomas, Gergor, David - Tommy, Björn


Pokal 2004/2005

1. Runde
Torpedo Eisen - Juventus Urin 2:0

Das Spiel wurde kampflos für TE gewertet, da Juventus nicht angetreten ist.

 

2. Runde
Torpedo Eisen - Inter Leckt 2:1

Nach der unglücklichen CL-Auftakt-Niederlage am letzten Wochenende galt es für Torpedo zumindest im Pokal nicht zu stolpern. Der Gegner Interleckt hat durch gute Ergebnisse in der Vorrunde aufhorchen lassen und sich sogar als Gruppenerster für die CL qualifiziert. Torpeo war gewarnt. Personell gab es drei Ausfälle gegenüber dem letzten Spiel: Neben dem schon verletzten Guido musste auch Lutz auf der Tribüne Platz nehmen und für die abwesenden Stefan und Sebi spielten Marc und Philip in der Innenverteidigung.

Das Spiel begann genauso wie die letzten 20 Minuten gegen Wiesenriesen aufgehört hatten: Torpedo spielte flüssig nach vorne, kombinierte sehenswert und erspielte sich zahlreiche Torchancen. Immer wieder kurbelte das Mittelfeld um Sini, Thomas (sogar mit eigenem Fan-Club!) und Gregor, unterstützt von den offensiven Verteidigern Christoph, Kai und Boris, das Offensivspiel an und setzte die Stürmer Björn, David und Tommy gekonnt in Szene. Doch wie schon in der Vorwoche sollte die Chancenverwertung Torpedos größtes Manko sein. Es scheiterten reihenweise Marc (per Kopf), Tommi (am Tor vorbei), Björn (über die Latte), Gregor, Sega und Karl (alle am Torwart). Selbst besten Chancen konnten nicht genutzt werden. Erst nach einer halben Stunde fiel die längst überfällige Führung. Nach einer schönen Flanke von Björn servierte der in der ersten Halbzeit sehr agile Sega per Kopf maßgerecht auf Karl, der aus 8m den Ball im Tor versenken konnte. Ausgerechnet Karl, der zur tragischen Figur im Spiel gegen Wiesenriesen wurde, als er innerhalb von 5 Minuten drei 100%-ige Chancen vergab, traf endlich und die Befreiung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Endlich hatte er die vom Trainer vorher ausgegebene "Staubsaugervertreter-Mentalität" verinnerlicht!

Mit der Führung im Rücken schaltete Torpedo einen Gang zurück. Die bis dahin sattelfeste Abwehr um Marc, Philip, Chris und Kai bekam mehr Arbeit. Interleckt erarbeitete sich wenige, aber feine Chancen. Torwart Markus musste zweimal sein ganzes Können aufbieten, um den Ausgleich zu verhindern: In der 38. Minute kratzte er einen Ball noch so gerade von der Torlinie und zwei Minuten später klärte er bravourös bei einer 1-gegen-1 Situation gegen den heranstürmenden Stürmer von Interleckt. Eine Minute vor der Halbzeit wäre aber auch er machtlos gewesen, als nach einer Ecke ein Mittelfeldspieler von Interleckt aus 7m den Ball Richtung Tor köpfte. Jedoch konnte der auf der Linie stehende Philip per Kopf retten, so dass Torpedo mit der 1:0 Führung in die Halbzeit ging.

In der zweiten Halbzeit ging es für Eisen darum, den Sack frühzeitig zu zu machen und ein zweites Tor zu erzielen. Zwar war Torpedo weiterhin das beherrschende Team, jedoch liefen die Kombination nicht mehr so gefällig wie noch im ersten Durchgang. Gute Torchancen besaß Eisen dennoch. Sowohl Thomas als auch Karl und der an diesem Tage im Abschluss etwas glücklose Tommy hatten gute Möglichkeiten das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Je länger der Spielstand auf dem 1:0 verharrte, desto mutiger spielte Interleckt nach vorne. In der 75. Minute die beste Chance für Interleckt als nach einer Flanke gleich zwei Intellektuelle vor Markus frei zum Kopfball kamen. Mit einer Glanztat parierte Markus gegen den ersten Kopfball, der zweite strich knapp am Tor vorbei. Das hätte der Ausgleich sein können. Im Gegenzug dann die Entscheidung: Nachdem Interleckt den Ball am eigenen Strafraum nicht klären konnte, schnappte sich David die Murmel, umfummelte zwei Gegenspieler und ließ den ansonsten starken Keeper von Interleckt zum Statisten degradieren. Eine feine Einzelleistung und der richtige Zeitpunkt für das 2:0.

Interleckt gab sich jedoch nicht kampflos auf und kam kurz vor Schluss zu dem verdienten Anschlusstreffer. Nach einem kleinen Rempler von Philip im eigenem Strafraum entschied Schiedsrichter Rudolph Capelli auf Elfmeter, der sicher verwandelt werden konnte. Der Anschlusstreffer kam jedoch zu spät. In einem vor allem in der 1. Halbzeit sehr ordentlichen Spiel gegen einen fairen Gegner konnte sich Torpedo letztlich verdient durchsetzen und das Achtelfinale erreichen.

Na also, im Pokal, da geht was !

Tore: 1:0 Karl (Sega, 33. Minute), 2:0 David (75. Minute), 2:1 (84. Minute)

Gespielt haben: Markus - Kai, Philip, Marc, Chris, Boris - Gregor, Sini, Thomas - Tommi, David, Björn, Sega, Karl

 

Kleinfeldturnier 2005

Zum diesjährigen Kleinfeldturnier musste Torpedo in kleiner Besetzung antreten. Doch obwohl fast die Hälfte der Torpedos mittlerweile im Urlaub weilte oder sich noch mit Verletzungen aus der Hinrunde herumärgerte, konnte schließlich neben Torwart Guido jede Position doppelt besetzt werden. Nach einer kurzen Taktikbesprechung wurden für den Offensivzauber David, Lutz, Karl und Sega eingeteilt, für den Defensivzauber Kai, Sini, Boris, Selcuk, Björn und Gregor. Bei traumhaftem Fußballwetter wurde am Samstagnachmittag die Vorrunde in einer Fünfergruppe angegangen:  

1. Tag

Torpedo - BuLi All Star Team  3:1

Wegen einer kurzfristigen Absage einer Mannschaft sprang ein "BuLi-All-Star-Team" ein, das verblüffende Ähnlichkeit mit den Graskloppers aufwies. Auch spielerisch: ein endlos langer Ball wurde kurz nach Spielbeginn an Guido vorbei zur Führung eingeknipst. Als Antwort warf Torpedo sofort alle Auswechseltaktiken über Bord und packte die bekannten Stilmittel konfuses Anrennen und Brechstange aus, mit der das Spiel noch zu einem 3:1 umgebogen werden konnte. Das lag aber auch daran, dass die 'All-Stars' gegen Ende schon genug hatten und kaum noch dagegen hielten. Zufriedene Torpedogesichter gab es trotz des Sieges wenige. Zu chaotisch war die Mannschaft organisiert – das Fehlen des Trainers machte sich also doch irgendwo bemerkbar.

Torpedo - Roter Hammer 1:0

Im zweiten Spiel hieß der Gegner Roter Hammer. Bekannt eher als Hämmerchen überraschte die stark verjüngte Mannschaft von BuLi-Papa Rudolf mit erstaunlich gutem Fußball. Torpedo erspielte und errackerte sich dennoch eine Fülle von Möglichkeiten und lochte erst spät zum einzigen Treffer ein. Zur Strafe für die klägliche Ausbeute musste bis zum Ende gezittert werden. Spielerisch war auch dieses zweite Spiel nicht toll, und so gab es anschließend wieder wilde Diskussionen mit dem üblichen Ergebnis: "Wir müssen mehr spielen". Zu diesem Zeitpunkt konnte ja noch keiner ahnen, dass sich der Rote Hammer zur Überraschungsmannschaft des Turniers entwickeln sollte.

Torpedo - Kiezkicker 5:0

Durch die zwei Auftaktsiege schon so gut wie für die Zwischenrunde qualifiziert konnte Eisen im dritten Match etwas befreiter aufspielen. Doch auch gegen die vermeintlich schwächste Gruppenmannschaft dauerte es einige Zeit, bis den Torpedos klar wurde, dass man hier mal den Ball laufen lassen konnte. Dann aber platzte der Knoten, und der sympathischen Dauer-Gastmannschaft aus Hamburg wurde Ei um Ei ins Nest gelegt. Endlich hatte Eisen einmal spielerisch überzeugt.

Torpedo - Dynamo Tresen 0:1

Durch die Niederlage der Grass... - Verzeihung - des BuLi-All-Star-Teams gegen den roten Hammer stand TE bereits vor dem Spiel als Gruppensieger fest. Nur so lässt sich dann auch der erneute Verfall in die schwache Form der ersten Phase des Turnier erklären. Nichts war mehr mit ‚fein das Bällchen laufen lassen’. Die Konzentration war weg und die Torpedos zogen konfuse Einzelaktionen dem gepflegten Mannschaftsspiel vor. Das Spiel war zerfahren mit einzelnen Höhepunkten auf beiden Seiten, wobei der kompakte Gegner Tresen genau einmal traf. Immerhin wussten jetzt alle, dass der Sonntag kein Selbstläufer wird. Trotzdem war man stolz auf den Gruppensieg mit 9 Punkten und 9:2 Toren.

2. Tag:

In einer Dreiergruppe sollte nur der Erstplatzierte sicher ins Achtelfinale weiterkommen. Eisen ‚profitierte’ mal wieder von seinem ‚Losglück’ und erwischte mit den Graskloppers den amtierenden BuLi-Meister und damit einen Gegner der unangenehmen Sorte. Komplettiert wurde die Gruppe durch die Rheingrätscher.

Torpedo - Graskloppers 1:1

Während andere noch in der Morgenmesse saßen, musste TE am frühen Sonntagmorgen bereits höchste Konzentration an den Tag legen. Die Einstellung stimmte und es gelang auch von Beginn an, die Taktik umzusetzen. Der sehr selbstbewusst und von seiner Stärke überzeugte Meister schien zu glauben, dass Eisen ohne David, der noch am Wickeltisch stand, nichts zu bieten hat. Doch die anwesenden Torpedos überrannten den Gegner in den ersten Minuten geradezu und erarbeiteten sich hochkarätige Chancen, von denen schon früh eine zur 1:0-Führung genutzt wurde. Es folgte eine von beiden Seiten starke Partie mit wenigen Torchancen, von denen die Torpedos sogar die besseren hatten. Trotzdem wurde Eisen nach 10 Minuten genau einmal ausgekontert zum 1:1, und gegen Ende neutralisierten sich beide Mannschaften und die Partie endete mit einem gerechten Unentschieden. Somit war schon jetzt klar, dass am Ende das Torverhältnis über Gruppensieg oder Trostrunde entscheiden wird.

Torpedo - Rheingrätscher 2:0

Eisen musste vorlegen und zuerst gegen die Rheingrätscher antreten. Torpedo konnte spielerisch überzeugen, vergab aber zahlreiche Möglichkeiten, während die immer sicherer werdende Abwehr den Rheingrätschern nach vorne nur ein laues Lüftchen erlaubte. Erst gegen Ende war der Gegner dann müde gespielt, und es fielen die Tore zum 2:0. Wie stark die Torpedos waren, realisierten sie erst, als Rheingrätscher anschließend die Graskloppers nahezu an die Wand spielten und höchst unglücklich durch ein Tor in letzter Minute mit 1:0 verloren. Gruppensieg  für Eisen!!!

Achtelfinale: Torpedo - Dreibeiner 5:2

Torpedo war gewarnt, denn die Dreibeiner sind neuerdings Bunte-Liga Playoff-Kandidat und hatten auch hier bereits starke Gegner ausgeschaltet. Die Torpedos begannen furios mit 2 Toren, die jedoch beide Male postwendend zum 1:1 und 2:2 egalisiert wurden. Danach zerbrach die Gegenwehr der Dreibeiner und unter einem nie versiegenden Kombinationsfluss folgten die Treffer 3 bis 5 zum 5:2-Endstand. Kleinfeld-Fußball in höchster Vollendung.

Viertelfinale: Torpedo - Sudden Death 1:0

Ein Traumlos: Torpedo gegen Ex-Torpedo, nämlich die Mathas-Buben, Holger und ihre Berliner Freunde. Bereits nach 3 Minuten ein toller Angriff auf’s Tor von Sudden Death, bei dem sich Julian in Torwartmanier in den Schuss von Björn auf’s leere Tor warf. Obwohl Julian beteuerte, den Ball nur mit der Schulter gespielt zu haben, verwandelte David den von Schiri Winzen verhängten HE ungerührt. Danach war es von Vorteil, dass die Torpedoabwehr den Fintenreichtum von Julian, Holger etc. bereits kannte und ihnen keinen Millimeter Raum ließ. Es entwickelte sich ein packendes Kampfspiel fast ohne Torchancen, das 1:0 wurde glücklich über die Zeit gerettet.

Halbfinale: Torpedo - Roter Hammer 5:0

Im zweiten Aufeinandertreffen bemerkte Torpedo zunächst, dass der Rote Hammer sich gegenüber dem Vortag verstärkt hatte. Deshalb ging es sofort zielstrebig zur Sache: Torpedo ließ überhaupt keine Zweifel aufkommen, wer hier ins Endspiel gehört, und machte aus zahlreichen herrlichen Kombinationen fünf feinste Törchen. Das Umschalten von Abwehr auf Angriff war mittlerweile zur Vollendung gereift, jeder lief für und spielte mit den anderen, und der Hühnerhaufen vom Samstag morgen namens Torpedo schien für immer der Vergangenheit anzugehören. FINALE!!

Endspiel: Torpedo - Otze mach et  2:2 n. V. und 4:6 n. E.

Torpedo fing da an, wo es aufgehört hatte, und wurde durch das 1:0  durch Granaten-Freistoß David nach etwa 5 Minuten und das 2:0 durch schönen Flügellauf Boris nach etwa 10 Minuten belohnt. Es war ein packendes Spiel, das von beiden Mannschaften auf hohem Niveau geführt wurde, und Otze war jederzeit gefährlich. Nachdem beide Seiten noch gute Chancen vergaben, schaffte Otze etwa 5 Minuten vor Schluss den  nicht unverdienten Anschluss zum 2:1. Und dann kam das Undenkbare: in der letzten Minute gelang es den Torpedos nicht, den Ball ein letztes Mal aus der Gefahrenzone zu dreschen. Otze schnappte sich die Kugel und griff ein letztes Mal an: 2:2. Eine ganz bittere Pille (Manchester lässt grüßen), die sich TE aber selbst zuzuschreiben hat, denn mit einer 2:0-Führung muss man einfach cleverer agieren. In einer fünfminütigen Verlängerung bekundeten sich beide Mannschaften gegenseitigen Respekt dadurch, dass sie gar nicht erst versuchten zu spielen, sondern nur stocherten, holzten und kloppten. Im darauffolgenden Penaltyschießen war Guido meist chancenlos, verwandeln konnten nur Björn und David, während Selcuk und Sega Nerven zeigten. Lutz musste gar nicht mehr antreten...

Nachdem sich die Enttäuschung bei ein paar Bier legte und ein feines Pokälchen eingeheimst war, wurde langsam deutlich, was für ein großartiges Turnier Torpedo gespielt hatte - auch wenn die Pointe nicht jedermanns Geschmack war. Besonders bemerkenswert war, wie nach einem durchwachsenen ersten Tag am zweiten Tag nur noch Traumfußball geboten wurde. Die Mannschaftsleistung wird schon dadurch deutlich, dass jeder mindestens einen Treffer beisteuerte. Unmöglich, sich an die vielen Tore zu erinnern: Im Sturm langten besonders oft David, und Lutz zu, Sega gelang ein unglaublicher Kracher per Kopf, Björn vollstreckte kaltblütig, Karl – der den Spagat zwischen Genie und Wahnsinn beherrscht wie kein anderer – steuerte einen trockenen Drehschuss bei, Sini nahm so genau an den Innenpfosten Maß, dass der 3-Beiner-Keeper zum Ausfüllen eines Lottoscheins riet, Kai’s Fernschuss hatte so eine atemberaubende Flugbahn, dass nicht nur der Gegner wie versteinert staunte, Gregor machte ein feines Solo, Selcuk einen wichtigen Treffer gekonnt aus der Drehung und Boris als einziger Verteidiger sogar drei Treffer. Vollendet wurde die starke Leistung durch Guido’s Glanz-Paraden, der alles wegpflückte, was übrig blieb. Nur sieben Gegentore in zehn Spielen sprechen für einen Torwart eine eindeutige Sprache!

Wünschen wir Torpedo Eisen, dass die Mannschaft etwas von dem Spielfluss dieser tage mit in die nächste Saison nimmt, dann kann auch die stärkste Vorrunden-Gruppe seit langem erfolgreich überstanden werden!