Kleinfeldturnier
2005
9./10. Juli 2005 auf den Vorwiesen
Zum diesjährigen Kleinfeldturnier musste Torpedo in kleiner Besetzung
antreten. Doch obwohl fast die Hälfte der Torpedos mittlerweile im Urlaub
weilte oder sich noch mit Verletzungen aus der Hinrunde herumärgerte, konnte
schließlich neben Torwart Guido jede Position doppelt besetzt werden. Nach
einer kurzen Taktikbesprechung wurden für den Offensivzauber David, Lutz, Karl
und Sega eingeteilt, für den Defensivzauber Kai, Sini, Boris, Selcuk, Björn und
Gregor. Bei traumhaftem Fußballwetter wurde am Samstagnachmittag die Vorrunde
in einer Fünfergruppe angegangen:
1. Tag
Torpedo - BuLi All Star Team 3:1
Wegen einer kurzfristigen Absage einer Mannschaft sprang ein "BuLi-All-Star-Team" ein, das verblüffende Ähnlichkeit
mit den Graskloppers aufwies. Auch spielerisch: ein
endlos langer Ball wurde kurz nach Spielbeginn an Guido vorbei zur Führung
eingeknipst. Als Antwort warf Torpedo sofort alle Auswechseltaktiken über Bord
und packte die bekannten Stilmittel konfuses Anrennen und Brechstange aus, mit
der das Spiel noch zu einem 3:1 umgebogen werden konnte. Das lag aber auch
daran, dass die 'All-Stars' gegen Ende schon genug hatten und kaum noch dagegen
hielten. Zufriedene Torpedogesichter gab es trotz des Sieges wenige. Zu
chaotisch war die Mannschaft organisiert – das Fehlen des Trainers machte
sich also doch irgendwo bemerkbar.
Im zweiten Spiel hieß der Gegner Roter Hammer. Bekannt eher als Hämmerchen
überraschte die stark verjüngte Mannschaft von BuLi-Papa
Rudolf mit erstaunlich gutem Fußball. Torpedo erspielte und errackerte sich
dennoch eine Fülle von Möglichkeiten und lochte erst spät zum einzigen Treffer
ein. Zur Strafe für die klägliche Ausbeute musste bis zum Ende gezittert
werden. Spielerisch war auch dieses zweite Spiel nicht toll, und so gab es
anschließend wieder wilde Diskussionen mit dem üblichen Ergebnis: "Wir
müssen mehr spielen". Zu diesem Zeitpunkt konnte ja noch keiner ahnen,
dass sich der Rote Hammer zur Überraschungsmannschaft des Turniers entwickeln
sollte.
Durch die zwei Auftaktsiege schon so gut wie für die Zwischenrunde
qualifiziert konnte Eisen im dritten Match etwas befreiter aufspielen. Doch
auch gegen die vermeintlich schwächste Gruppenmannschaft dauerte es einige Zeit,
bis den Torpedos klar wurde, dass man hier mal den Ball laufen lassen konnte.
Dann aber platzte der Knoten, und der sympathischen Dauer-Gastmannschaft aus
Hamburg wurde Ei um Ei ins Nest gelegt. Endlich hatte Eisen einmal spielerisch
überzeugt.
Durch die Niederlage der Grass... - Verzeihung - des BuLi-All-Star-Teams
gegen den roten Hammer stand TE bereits vor dem Spiel als Gruppensieger fest.
Nur so lässt sich dann auch der erneute Verfall in die schwache Form der ersten
Phase des Turnier erklären. Nichts war mehr mit
‚fein das Bällchen laufen lassen’. Die Konzentration war weg und
die Torpedos zogen konfuse Einzelaktionen dem gepflegten Mannschaftsspiel vor.
Das Spiel war zerfahren mit einzelnen Höhepunkten auf
beiden Seiten, wobei der kompakte Gegner Tresen genau einmal traf. Immerhin
wussten jetzt alle, dass der Sonntag kein Selbstläufer wird. Trotzdem war man
stolz auf den Gruppensieg mit 9 Punkten und 9:2 Toren.
2. Tag:
In einer Dreiergruppe sollte nur der Erstplatzierte sicher ins Achtelfinale
weiterkommen. Eisen ‚profitierte’ mal wieder von seinem
‚Losglück’ und erwischte mit den Graskloppers
den amtierenden BuLi-Meister und damit einen Gegner
der unangenehmen Sorte. Komplettiert wurde die Gruppe durch die Rheingrätscher.
Während andere noch in der Morgenmesse saßen, musste TE am frühen
Sonntagmorgen bereits höchste Konzentration an den Tag legen. Die Einstellung
stimmte und es gelang auch von Beginn an, die Taktik umzusetzen. Der sehr selbstbewusst und von seiner Stärke überzeugte
Meister schien zu glauben, dass Eisen ohne David, der noch am Wickeltisch
stand, nichts zu bieten hat. Doch die anwesenden Torpedos überrannten den
Gegner in den ersten Minuten geradezu und erarbeiteten sich hochkarätige
Chancen, von denen schon früh eine zur 1:0-Führung genutzt wurde. Es folgte
eine von beiden Seiten starke Partie mit wenigen Torchancen, von denen die
Torpedos sogar die besseren hatten. Trotzdem wurde Eisen nach 10 Minuten genau
einmal ausgekontert zum 1:1, und gegen Ende neutralisierten sich beide
Mannschaften und die Partie endete mit einem gerechten Unentschieden. Somit war
schon jetzt klar, dass am Ende das Torverhältnis über Gruppensieg oder
Trostrunde entscheiden wird.
Eisen musste vorlegen und zuerst gegen die Rheingrätscher antreten. Torpedo
konnte spielerisch überzeugen, vergab aber zahlreiche Möglichkeiten, während
die immer sicherer werdende Abwehr den Rheingrätschern
nach vorne nur ein laues Lüftchen erlaubte. Erst gegen Ende war der Gegner dann
müde gespielt, und es fielen die Tore zum 2:0. Wie stark die Torpedos waren,
realisierten sie erst, als Rheingrätscher anschließend die Graskloppers
nahezu an die Wand spielten und höchst unglücklich durch ein Tor in letzter
Minute mit 1:0 verloren. Gruppensieg für Eisen!!!
Torpedo war gewarnt, denn die Dreibeiner sind neuerdings Bunte-Liga Playoff-Kandidat und hatten auch hier bereits starke Gegner
ausgeschaltet. Die Torpedos begannen furios mit 2 Toren, die jedoch beide Male
postwendend zum 1:1 und 2:2 egalisiert wurden. Danach zerbrach die Gegenwehr
der Dreibeiner und unter einem nie versiegenden Kombinationsfluss folgten die
Treffer 3 bis 5 zum 5:2-Endstand. Kleinfeld-Fußball in höchster Vollendung.
Ein Traumlos: Torpedo gegen Ex-Torpedo, nämlich die Mathas-Buben,
Holger und ihre Berliner Freunde. Bereits nach 3 Minuten ein toller Angriff auf’s Tor von Sudden Death, bei dem sich Julian in Torwartmanier in den Schuss
von Björn auf’s leere Tor warf. Obwohl Julian
beteuerte, den Ball nur mit der Schulter gespielt zu haben, verwandelte David
den von Schiri Winzen verhängten HE ungerührt. Danach
war es von Vorteil, dass die Torpedoabwehr den Fintenreichtum von Julian,
Holger etc. bereits kannte und ihnen keinen Millimeter Raum ließ. Es
entwickelte sich ein packendes Kampfspiel fast ohne Torchancen, das 1:0 wurde
glücklich über die Zeit gerettet.
Im zweiten Aufeinandertreffen bemerkte Torpedo zunächst, dass der Rote
Hammer sich gegenüber dem Vortag verstärkt hatte. Deshalb ging es sofort
zielstrebig zur Sache: Torpedo ließ überhaupt keine Zweifel aufkommen, wer hier
ins Endspiel gehört, und machte aus zahlreichen herrlichen Kombinationen fünf
feinste Törchen. Das Umschalten von Abwehr auf
Angriff war mittlerweile zur Vollendung gereift, jeder lief für und spielte mit
den anderen, und der Hühnerhaufen vom Samstag morgen
namens Torpedo schien für immer der Vergangenheit anzugehören. FINALE!!
Torpedo fing da an, wo es aufgehört hatte, und wurde durch das 1:0
durch Granaten-Freistoß David nach etwa 5 Minuten und das 2:0 durch schönen
Flügellauf Boris nach etwa 10 Minuten belohnt. Es war ein packendes Spiel, das
von beiden Mannschaften auf hohem Niveau geführt wurde, und Otze
war jederzeit gefährlich. Nachdem beide Seiten noch gute Chancen vergaben,
schaffte Otze etwa 5 Minuten vor Schluss den nicht
unverdienten Anschluss zum 2:1. Und dann kam das Undenkbare: in der letzten
Minute gelang es den Torpedos nicht, den Ball ein letztes Mal aus der
Gefahrenzone zu dreschen. Otze schnappte sich die
Kugel und griff ein letztes Mal an: 2:2. Eine ganz bittere Pille (Manchester
lässt grüßen), die sich TE aber selbst zuzuschreiben hat, denn mit einer
2:0-Führung muss man einfach cleverer agieren. In einer fünfminütigen
Verlängerung bekundeten sich beide Mannschaften gegenseitigen Respekt dadurch,
dass sie gar nicht erst versuchten zu spielen, sondern nur stocherten, holzten
und kloppten. Im darauffolgenden Penaltyschießen
war Guido meist chancenlos, verwandeln konnten nur Björn und David, während Selcuk und Sega Nerven zeigten.
Lutz musste gar nicht mehr antreten...
Wünschen wir Torpedo Eisen, dass die Mannschaft etwas von dem Spielfluss dieser tage mit in die nächste Saison nimmt, dann kann auch die stärkste Vorrunden-Gruppe seit langem erfolgreich überstanden werden!